Archäologie - Vorträge
Dienstag, 7. Februar, 19 Uhr, von Rütte-Gut
Pfahlbauten am Bielersee: UNESCO Welterbe Albert Hafner, Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Leiter Unterwasser- und Feuchtbodenarchäologie
In den Pionierzeiten der Pfahlbauforschung vor 200 Jahren waren Persönlichkeiten aus dem Seeland intensiv beteiligt. Auf die Jahre der eigentlichen Plünderungen archäologischer Funde im 19. Jahrhundert folgte zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Ernüchterung, galten die Ufersiedlungen am Bielersee doch als ausgebeutet und ohne Wert für die Zukunft. Erst in den 1970er-Jahren lenkte der Autobahnbau bei Twann den Blick wieder auf die verborgenen Siedlungsreste. Die Ausgrabungen von 1974 bis 1976 stehen für die moderne Pfahlbauforschung in der Schweiz und führten nach 1928 zur zweiten Bestandesaufnahme der Standorte am Bielersee. Danach war klar, dass zahlreiche der etwa 35 Fundstellen an den Folgen der Juragewässerkorrektion leiden und durch Erosion gefährdet sind. Seit den 1980er-Jahren finden Rettungsgrabungen in Sutz-Lattrigen, Nidau, Biel, Lüscherz und Vinelz statt. Seit 2011 sind die Pfahlbauten nun Teil des UNESCO-Welterbes.
|
 |
|
Dienstag, 14. Februar, 19 Uhr, von Rütte-Gut
Uf der Höchi: Eine hochmittelalterliche Wüstung in Finsterhennen Katharina König, Archäologischer Dienst des Kantons Bern
Anlässlich der Erweiterung einer Kiesgrube in Finsterhennen konnte zwischen 2002 und 2005 erstmals im Kanton Bern eine hochmittelalterliche Wüstung nahezu vollständig archäologisch untersucht werden. Die verlassene Kleinsiedlung besteht aus vier Gehöften mit Pfostenbauten, Grubenhäusern, Gruben und zahlreichen weiteren Pfostengruben. Sie lässt sich mittels Radiokarbon-Analysen in den Zeitraum vom 10. bis zum 13. Jahrhundert datieren. Aufgrund der Funde ist eine deutlich kürzere Besiedlungszeit anzunehmen, wobei die jüngsten Daten einen Zeitpunkt der Siedlungsaufgabe am Ende des 12. oder anfangs des 13. Jahrhunderts nahe legen. Die Wüstung ist demnach keine Folge der spätmittelalterlichen Wirtschaftskrise, sondern durch die hochmittelalterlichen Umstrukturierungen im ländlichen Bereich bedingt. Neben den archäologischen Funden liefern auch die Archäobotanik, die Archäozoologie und die Untersuchung der Metallschlacken spannende Ergebnisse.
Dienstag, 28. Februar, 19 Uhr, von Rütte-Gut
Entre lac et montagne: l’occupation du territoire fribourgeois en regard des stations lacustres Michel Mauvilly, Responsable de la Pré- et Protohistoire du canton de Fribourg
Comme dans la majorité des cantons du Plateau romand, l’archéologie pré- et protohistorique fribourgeoise s’est pendant longtemps focalisée sur les rives des lacs. A l’image de l’arbre qui masque la forêt, l’omniprésence, voire l’omniscience de l’archéologie lacustre a conduit à une espèce de diktat scientifique reléguant loin à l’arrière-plan l’archéologie terrestre. Depuis les années 1980 cependant, grâce à plusieurs grands programmes de travaux linéaires et quelques projets de recherches, l’occupation du territoire fribourgeois, des arrière-pays jusqu’aux Préalpes, s’est trouvée au centre des intérêts archéologiques ; un réajustement de la documentation a ainsi lentement pu être opéré. Ce recadrage de la recherche vers une meilleure connaissance des sites terrestres offre de nouvelles perspectives sur la dynamique de peuplement de la région.
|
 |
|